Über ein paar Schüsse die einen großen Schreck in kleinen Dörfern

Juni 7, 2010

An einem Samstag ging ich zu Dieudonné, dem Burindischen Missionar hier, um das Championsleauguefinale zu schauen. Dort angekommen kurze Zeit später ließ der Herr des Hauses uns alleine, weil er jemanden nach Haus bringen wollte. Er sagte in 30 Minuten sei er wieder zu Hause. So vergingen 40 Minuten etwa und wir erschraken vor dem Fernseher, weil in nächster Nähe Schüsse fielen. Wir dachten zuerst sie seien direkt vor dem Haus abgeschossen worden. Der andere Jugendliche verstecke sich sofort in dem Haus. Nach kurzer Zeit als nichts weiter passierte. Gingen wir nach vorsichtigem Schauen raus um herauszufinden was los ist. So sahen wir vor der Einfahrt des Grundstückes zwei Autos stehen und Polizei, die ihre Waffen nachladeten. Direkt kam die Frage, ob uns das Haus gehöre. So wunderten sie sich, dass das nicht so ist. Nun ja war anscheinend nicht ganz so wichtig. Auf der Straße sahen wir dann einen Verletzten Jugendlichen zu uns humpeln. Er wurde im Schlaf an seinen Beinen getroffen. Die Kugel bohrte sich durch das eine Bein und streifte das andere. Ja er schlief in einer der hier üblichen Hütten, so flog die Kugel ohne wirklich Wiederstand in sein Bein. Die Polizei brachte, nachdem sie sich vergewissen haben, dass wie diesen Jugendlich kennen, also nicht einer von den Dieben sei, in die hiesige Krankenstation.

Was ist passiert, dass in dem sonst so ruhigen Missionsdorf Cambine plötzlich Schüsse fallen?

Sie erzählten uns, dass sie diesen Autodieben aus Morrumbene, der nächst größere Ort, bis hierhin nach Cambine gefolgt sind. Hier haben sie das Auto verlassen und eröffneten das Feuer, woraufhin die Polizei das Feuer erwiderte. Bei dieser Erwiderung verflog sich eine Kugel in die Hütte des Jugendlichen. Die Diebe flüchteten in Busch und da es Nacht war, gab anscheinend die Verfolgung dieser beiden keinen Sinn.

Nach Ende des Fußballspieles gingen wir dann runter in die Krankenstation, um zu scheuen wie es dem Getroffenen ergeht. Nach kurzem Warten, sahen wir ihn wieder auf den Beinen, auch wenn nicht ganz standfest. Sie sagten die Kugel durch Oberschenkel durchgegangen ohne den Knochen zu berühren, so sei mehr oder weniger nur eine Fleischwunde. Also alles wieder einigermaßen in Butter. Für mich jedoch bleibt ein bisschen der Schock, dass selbst in einem kleinen Dorf wie Cambine Schüsse fallen können.

Doch die Geschichte ging noch weiter ein paar Kilometer weiter in Mocuduene tauchen diese zwei bewaffnetten Autodiebe auf. Hier drangen sie in das Haus des Direktoren der dortigen Mission ein. Dieser ist italienischer Priester. Die Diebe wollten das Geld der Kollekte des Sonntags haben. Um dies zu bekommen schossen sie dem Priester in den Bauch. Der Priester wurde in der selben Nacht noch ins Krankehaus in Chicuque gefahren und operiert. Nun scheint er schon auf dem Weg der Besserung. Die Diebe hatten 16000 MT(= 400€) dem Autobesitzer gestohlen und dann wollen sie noch Geld einer Kollekte die hier auf dem Dorf aller höchstens 1000 MT(= 25€) einbringt klauen und waren erfolgreich. Einer der Diebe wurde wie man hört dort noch zur Strecke gebracht. Er sei mit einem Hammer erschlagen worden.(Ob es wirklich Notwehr war, ist fraglich, aber danach wird nicht gefragt) Der Andere ist bis heute noch auf der Flucht.

Zwei Wochen sah ich das Auto wieder in Cambine, nur dieses mal saß der Autobesitzer hinter dem Steuer. Er kam um Hühner vom Waisenhaus zu kaufen.

So wollen wir Hoffen, dass der Schrecken ein Ende hat.

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