Von Problemen und deren Lösung

April 20, 2010

Nach langer Schreibepause möchte ich hiermit mich wieder glücklich wie selten zuvor zurück melden. Meine Zufriedenheit kommt daher, dass ich einen tollen Besuch von meiner Familie hatte und haben eine wundervolle Zeit miteinander gehabt. Sie haben hier mein Leben und auch auch meinen Alltag kennengelernt und ich habe endlich nach nach acht Monate meine Familie wieder gesehn. Für einen, der vorher nicht einen Monat von zu Hause weg war sind das viele Monate. So bin ich bis heute noch glücklich, obwohl sie schon wieder weg sind, aber die Freude hält an. Meine Familie kam glücklicherweise noch in Deutschland an. Auf ihrer Heimreise begleitete ich sie bis Maputo. Woher sie nach Johannesburg gefahren sind und ich nach Cambine zurückgekehrt.

Hier angekommen höre ich schon von Weitem Willkommensrufe, darauffolgend fragen wie ist denn meiner Familie ergeht. So kommt man doch schnell wieder an. Was dazugehört ist, dass man an einzigem Tag, an dem man ausschlafen kann, nämlich Samstag um 6:15 geweckt wird. Es war ein Ruf von einem Mitglied des Waisenhauses, dass sie kein Feuerholz mehr hätten. Da Thomas ja zur Zeit in Deutschland ist übernahm ich die Aufgabe mit den Jungs das Holz aus dem Busch zu holen. Das ist jedes mal ein Abenteuer; heute sogar ein besonders großes. Bei der zweiten fahrt fuhr ich mit einem Rad von dem Auto in ein einhalb Meter tiefes Loch. So blieb das Auto stecken und ich hatte schon Angst, dass wir da nicht mehr rauskommen. Mit Gottes Hilfe und ein Stunde Arbeit etwa gelang uns doch das Auto zu befreien und wir konnten die Ladung Holz noch zum Kochen nach Hause bringen und sie konnten wieder kochen und Brötchen backen. Auch wieder nachhause gekommen wollte ich mich gleich informieren wie es denn im Internat weitergegangen ist. Ich wollte wissen, ob das arme Mädchen wieder zurück gekommen sei, ob die Angst noch bestehe und ob immer noch Mädchen abreisen. Ja es scheint tatsächlich beruhigt zu haben. Das Mädel wohnt schon wieder im Internat. Natürlich besteht immer noch ein komisches Gefühl, aber es hält sich in Grenzen. Fast alle wenn nicht sogar alle Mädchen die geflohen sind, kehrten zurrück. Die Angst scheint auch wie verflogen. Was wurde gemacht, damit sich das klärt? Ja neben der zeitweisen Isolation der „Hexe“, gab es auch verschiedene spezielle Gottesdienst für sie. Die Spezialität war die Dämonenaustreibung und die Besetzung des Pastorenteams. Es bestand aus dem Superintendenten, den Direktoren des Seminars, dem Direktoren der Mission und dem Konrektoren der Schule. Sie versuchten den Mädchen klar zu machen, dass niemand für die Vorfälle verantwortlich zu machen ist, sondern es waren Dämonen. Nun ja da kann man ja auch geteilter Meinung sein, aber immerhin ist das besser die Schuld einer Person zu geben. Vielleicht ist das ja generell ein Schritt in die richtige Richtung. Ich meine damit, dass man bösen Geister oder Dämonen die Schuld gibt, gibt man nicht mehr Medizinmännern oder anderen Personen die Schuld. Nur besteht immer noch das Problem des Schuldbewusstsein. Niemand ist Schuld nur der böse Geist in ihm. Das kann ja vielleicht werden. Dieses Problem wirkt sich schlimmer aus als man denkt. So kommt es dazu, dass man selten sich ernsthaft entschuldigt, weil man ja nicht schuldig ist. Wenn man lebensmüde sich in Gefahren hier gibt, sprich mit einem Auto ohne Bremse fahren zum Beispiel und es zu einem Unfall kommt ist man selber ja nicht schuld sondern der böse Geist. Ein weiteres Problem ist bei dem Schuldbewusstsein hier ist, dass nichts falsch ist wenn man es nicht sieht. So gilt ja hier in der methodistischen Kirchen Alkohol als verboten, aber man tuts ja doch nur halt im geheimen. Ja das sind alles Probleme die in unserer Kultur Jahrhunderte gebraucht haben um sie wenigstens einigermaßen zu lösen. So dürfen wir nicht erwarte, dass das sich das von jetzt auf nachher ändert. Vorallem meint man ja, dass ja schneller gehen müsste wenn man es ihnen vormacht. Nein jedes Volk und jedes Land muss seine eigene Aufklärung durchmachen, so ist zumindestens meine Meinung dazu; so ist zumindestens meine Meinung dazu.

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